Am 25. März hatten wir die Gelegenheit, Dani von Wattenwyl im Kulturhuus Häbse zu einem persönlichen Gespräch zu treffen. In entspannter Atmosphäre entstand ein offener Austausch über Basel, seine lebendige Kulturszene und die vielen verbindenden Elemente, die Menschen durch Kultur zusammenbringen. Das Interview gewährt Einblicke in Gedanken und Perspektiven und zeigt die besondere Rolle, die Kultur im Alltag spielen kann.
Interview:
Du bist kulturell stark mit Basel und der Region verbunden. Was bedeutet dir die Kulturlandschaft hier persönlich?
Kultur hat für mich einen extrem hohen Stellenwert. Sie ist wie Seelennahrung. Gerade in der Pandemie wurde uns bewusst, wie sehr wir sie vermissen. Menschen brauchen Kultur, um emotional im Gleichgewicht zu bleiben. Für mich ist sie fast wie ein kostenloser Psychiater. Und Basel macht das unglaublich gut: Die Stadt hat ein riesiges und vielfältiges Kulturangebot. Das ist ein echtes Privileg.
Wie prägen deine Wurzeln in Biel-Benken und im Baselbiet deinen Blick auf Basel und sein kulturelles Leben?
Meine Herkunft prägt mich stark. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, was mir eine einfache, offene Sicht auf die Dinge vermittelt hat. In der Stadt wird Kultur manchmal zu kompliziert gedacht, aber ich bevorzuge die unkomplizierte Variante. Deshalb fühle ich mich in der Komödie so wohl. Leute zum Lachen zu bringen, ist für mich die höchste Kunst, denn Lachen ist eine der ehrlichsten Emotionen.
Mit deinem Engagement in der Komödie und als Besitzer des Kulturhuus Häbseerlebest du Kultur sehr direkt: Was macht solche Kulturorte für eine Stadt wie Basel so wichtig?
Mit unserem Kulturhaus möchte ich den Menschen vor allem eines bieten: eine Auszeit. Sie sollen für ein paar Stunden den Alltag vergessen und einfach lachen. Wenn mir jemand schreibt, dass er zweieinhalb Stunden lang alles vergessen konnte, dann weiss ich, dass ich genau das Richtige mache.
Wieso das Rebranding vom Häbse-Theater zu Kulturhuus Häbse?
Wir haben uns bewusst vom reinen Theater zum Kulturhaus entwickelt. Wir wollen offen sein für alles: Comedy, Konzerte, Podcasts. So erreichen wir auch ein jüngeres Publikum. Denn die Kulturinteressen verändern sich mit dem Alter: Zunächst gehen junge Leute eher ins Kino oder in Bars, später entdeckt man dann Theater und andere kulturelle Angebote.
Wie gelingt es Kultur, Menschen aus unterschiedlichen Generationen und Lebenswelten miteinander zu verbinden?
Die Herausforderung besteht darin, junge Menschen überhaupt ins Theater zu bringen. Das erreichen wir mit neuen Formaten und günstigeren Angeboten. Kultur ist etwas, in das man hineinwächst. Das passiert nicht von heute auf morgen.
Was bedeutet dir die Basler Fasnacht und was macht sie für Basel so besonders?
Die Basler Fasnacht ist etwas ganz Besonderes. Sie ist nicht nur ein Event, sondern eine Lebenseinstellung. Die Leute leben dafür das ganze Jahr. Es ist eine unglaubliche Gemeinschaft und ich glaube, dass uns viele ausserhalb von Basel darum beneiden.
Was macht einen qualitativ hochwertigen Schnitzelbangg aus?
Bei den Schnitzelbänggen gilt: Die besten sind diejenigen, die konstant gut sind. Eine gute Pointe muss überraschen. Sie darf nicht vorhersehbar sein. Sie muss einen kurz in die Irre führen und dann unerwartet treffen. Genau das bringt die Leute zum Lachen.
Was nimmst du mit aus über drei Dekaden Tele-Basel?
Ich habe den Wandel des Fernsehens miterlebt. Früher hatte alles mehr Magie. Man hat sich auf Sendungen gefreut, sie waren ein echtes Ereignis. Heute ist alles jederzeit verfügbar. Das ist zwar praktisch, aber dabei geht auch etwas verloren: die Vorfreude und das besondere Gefühl, etwas genau in diesem Moment aktiv zu erleben.